Nebenklageantrag von Security-Mitarbeiterin abgewiesen

Das Gericht hat übrigens einen Antrag einer Security-Mitarbeiterin auf Zulassung als Nebenklägerin abgelehnt. Nebenkläger müssen selbst durch die Tat – ihre tatsächliche Begehung unterstellt – unmittelbar in seinen Rechten, Rechtsgütern oder anerkannten
Interessen beeinträchtigt worden sein. Der Begriff des Verletzten ist dabei
weit zu fassen. So gilt auch im Rahmen der Nebenklagebefugnis, dass Verletzter derjenige ist, dessen dem Schutzgut der materiell-rechtlichen Norm entsprechendes Rechtsgut durch die Straftat unmittelbar beeinträchtigt wird. Im vorliegenden Fall sei aber diese „unmittelbare Beeinträchtigung“ nicht gegeben. Der dargelegte pathologischer Zustand beruhe nicht unmittelbar auf der den Angeklagten in der Anklageschrift zur Last gelegten Tat. Vielmehr sei die Betroffene als Security-Mitarbeiterin zu dem Geschehen auf der Ostrampe erst hinzugekommen, als sich die Menschenverdichtung bereits aufgelöst hatte und sei daher dem zugrundliegenden Gefahrereignis weder selbst ausgesetzt gewesen noch hat sie dieses Ereignis unmittelbar wahrgenommen. Wer also lediglich durch die Folgen einer Straftat, die er wahrnimmt (und nicht durch die Tat selbst) betroffen ist, kann nicht Nebenkläger sein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s